Die leitende Wissenschafterin Jette Möller erklärte, dass Veränderungen in der Organisation des Arbeitsmarktes zu mehr Stress geführt haben und man sich der Auswirkungen auf die Gesundheit bewusst sein sollte. Sie nannte Arbeitsbelastung, geringere Arbeitsplatzsicherheit und verstärkte Konkurrenz als entscheidende Faktoren. Für die Studie wurden fast 1.400 Überlebende von Herzanfällen aus der Region Stockholm im Alter von 45 bis 70 Jahren über die Ereignisse vor ihrem ersten Herzanfall befragt. Ihre Antworten wurden mit jenen einer aus 1.700 Personen bestehenden gesunden Kontrollgruppe verglichen. Fragen wurden zur Arbeitssituation im vergangenen Jahr und in den letzten Tagen vor dem Herzanfall gestellt: Wurden sie für ihre Leistung oder ein Zuspätkommen kritisiert, befördert oder entlassen, einem großen Terminstress ausgesetzt, wechselten sie den Arbeitsplatz oder änderte sich ihre finanzielle Situation.
Die Ergebnisse zeigen laut NewScientist, dass intensiver Druck über einen
kurzen Zeitraum das Herzinfarktrisiko stärker erhöhte als eine Anhäufung
von Stress über ein ganzes Jahr. Ein Herzanfall kann sehr rasch nach einer
kurzen Phase erhöhten Drucks eintreten. Bei den Herzanfallpatienten hatten
acht Prozent weniger als 24 Stunden vor dem Anfall am Arbeitsplatz ein entsprechendes
Erlebnis. Zusätzlich spielten langfristige Veränderungen eine Rolle.
Die Übernahme einer zusätzlichen Aufgabe innerhalb des vergangenen
Jahres erhöhte die Möglichkeit eines Herzanfalls bei Frauen um fast
das Vierfache und bei Männern um mehr als das Sechsfache. Entscheidend
dafür war, ob diese Veränderung negativ wahrgenommen wurde. Bei Frauen
verdreifachte eine Verschlechterung der finanziellen Situation das Herzrisiko.